Eine Katze zieht ein – und plötzlich stellt sich die Frage: Wie lässt sich die eigene Wohnung katzengerecht gestalten? Katzen brauchen mehr als Futter, Wasser und einen gemütlichen Schlafplatz. Sie möchten klettern, spielen, beobachten, ihre Krallen wetzen und sich bei Bedarf zurückziehen.
Mit einigen einfachen Anpassungen wird aus einer normalen Wohnung ein abwechslungsreiches und sicheres Zuhause für deine Katze. In diesem Beitrag erfährst du, was in einer katzengerechten Wohnung nicht fehlen sollte und worauf du bei der Einrichtung achten solltest.
Warum sollte man eine Wohnung katzengerecht gestalten?
Katzen sind von Natur aus neugierige und aktive Tiere. Auch reine Wohnungskatzen möchten ihren natürlichen Verhaltensweisen nachgehen. Dazu gehören unter anderem Klettern, Kratzen, Jagen, Spielen und das Beobachten ihrer Umgebung.
Eine katzengerechte Wohnung bietet deshalb verschiedene Möglichkeiten zur Beschäftigung und sorgt gleichzeitig für ausreichend Rückzugsorte und Sicherheit. Besonders bei Wohnungskatzen ist eine abwechslungsreiche Umgebung wichtig, damit keine Langeweile aufkommt.
Dabei muss eine katzenfreundliche Einrichtung weder kompliziert noch teuer sein. Oft reichen bereits einige gezielte Veränderungen aus.
1. Ein stabiler Kratzbaum gehört zur Grundausstattung
Ein Kratzbaum für Katzen ist in der Wohnung nahezu unverzichtbar. Katzen nutzen ihn nicht nur, um ihre Krallen zu pflegen. Das Kratzen dient außerdem dazu, das eigene Revier zu markieren und natürliche Verhaltensweisen auszuleben.
Bei der Auswahl eines Kratzbaums solltest du darauf achten, dass er:
- stabil steht und nicht umkippen kann
- ausreichend hohe Kratzflächen zum Strecken bietet
- über verschiedene Liegeflächen verfügt
- idealerweise Höhlen oder Rückzugsmöglichkeiten besitzt
- an einem für die Katze interessanten Ort steht
Besonders beliebt sind Kratzbäume in der Nähe eines Fensters. Von dort aus kann deine Katze die Umgebung beobachten und hat gleichzeitig einen erhöhten Ruheplatz.
2. Mehrere gemütliche Rückzugsorte schaffen
Auch wenn Katzen gerne mitten im Geschehen sind, brauchen sie regelmäßig Ruhe. Deshalb sollten in einer katzengerechten Wohnung mehrere Rückzugsorte vorhanden sein.
Geeignet sind beispielsweise:
- eine Katzenhöhle
- ein gemütliches Katzenbett
- ein Karton
- eine erhöhte Liegefläche
- ein ruhiger Platz auf einem Regal
Wichtig ist, dass die Katze selbst entscheiden kann, wann sie Ruhe möchte. Rückzugsorte sollten deshalb möglichst nicht direkt an stark frequentierten Stellen der Wohnung liegen.
3. Die Höhe der Wohnung nutzen
Katzen leben nicht ausschließlich auf dem Boden. Viele Tiere lieben erhöhte Plätze, von denen aus sie ihre Umgebung überblicken können.
Wer seine Wohnung katzengerecht einrichten möchte, sollte deshalb auch die Wände und die vorhandene Raumhöhe nutzen. Wandregale, Kletterelemente oder spezielle Katzenwände schaffen zusätzliche Bewegungsflächen.
Die einzelnen Elemente müssen stabil befestigt und so angeordnet sein, dass die Katze sicher von einer Plattform zur nächsten gelangen kann.
Gerade in kleinen Wohnungen ist die Nutzung der Höhe praktisch, weil dadurch zusätzlicher Bewegungsraum entsteht, ohne wertvolle Bodenfläche zu beanspruchen.
4. Einen sicheren Fensterplatz einrichten
Ein Fenster ist für viele Katzen wie ein eigenes Unterhaltungsprogramm. Vögel, Menschen, Autos oder Blätter im Wind können für spannende Beobachtungen sorgen.
Ein sicherer Fensterplatz für Katzen sollte daher in keiner katzenfreundlichen Wohnung fehlen. Ein Kissen auf einer breiten Fensterbank kann bereits ausreichen. Alternativ gibt es spezielle Fensterliegen und Katzenhängematten.
Besonders wichtig ist dabei die Sicherheit. Fenster sollten so gesichert sein, dass die Katze nicht hinausfallen oder hinausklettern kann. Auch gekippte Fenster können für Katzen gefährlich sein und sollten entsprechend gesichert werden.
5. Katzenspielzeug für Bewegung und Beschäftigung
Auch Wohnungskatzen benötigen ausreichend Bewegung und geistige Beschäftigung. Deshalb sollte eine abwechslungsreiche Auswahl an Katzenspielzeug vorhanden sein.
Geeignet sind zum Beispiel:
- Spielangeln
- Bälle
- Stoffmäuse
- Rascheltunnel
- Intelligenzspielzeuge
- Fummelbretter
- Spielzeug mit verschiedenen Oberflächen
Dabei muss nicht das gesamte Spielzeug ständig verfügbar sein. Häufig bleibt es für Katzen interessanter, wenn verschiedene Spielsachen regelmäßig ausgetauscht werden.
Besonders wertvoll ist außerdem das gemeinsame Spielen. Mehrere kurze Spieleinheiten über den Tag verteilt sorgen für Bewegung, Beschäftigung und gemeinsame Zeit.
6. Einen geeigneten Futter- und Trinkplatz einrichten
Futter und Wasser gehören selbstverständlich zur Grundausstattung einer Katzenwohnung. Trotzdem sollte auch der Standort der Näpfe bewusst gewählt werden.
Der Futterplatz sollte:
- ruhig und sauber sein
- ausreichend Abstand zum Katzenklo haben
- für die Katze jederzeit gut erreichbar sein
- regelmäßig gereinigt werden
Viele Katzen trinken gerne an unterschiedlichen Stellen in der Wohnung. Zusätzliche Wassernäpfe oder ein Trinkbrunnen können deshalb eine sinnvolle Ergänzung sein.
Leben mehrere Katzen im Haushalt, sollten genügend Futter-, Wasser- und Rückzugsmöglichkeiten vorhanden sein, damit die Tiere die vorhandenen Ressourcen möglichst stressfrei nutzen können.
7. Das Katzenklo richtig platzieren
Das Katzenklo gehört zu den wichtigsten Bestandteilen einer katzengerechten Wohnung. Es sollte an einem ruhigen, gut erreichbaren Ort stehen und nicht unmittelbar neben dem Futterplatz platziert werden.
Katzen möchten beim Toilettengang möglichst ungestört sein. Ein Standort in einem stark frequentierten Durchgangsbereich oder unmittelbar neben einer lauten Waschmaschine ist deshalb häufig weniger geeignet.
Als häufig verwendete Faustregel für die Anzahl der Katzentoiletten gilt: Anzahl der Katzen plus eine zusätzliche Toilette. Bei einer Katze können somit beispielsweise zwei Katzenklos sinnvoll sein.
Auch die regelmäßige Reinigung ist entscheidend. Katzen sind sehr reinliche Tiere und können eine stark verschmutzte Toilette meiden.
8. Pflanzen und mögliche Gefahrenquellen überprüfen
Eine Wohnung kann für Menschen vollkommen sicher wirken und trotzdem Gefahren für Katzen enthalten. Besonders bei Zimmerpflanzen sollte genau hingesehen werden, denn einige beliebte Pflanzenarten können für Katzen giftig sein.
Vor dem Kauf einer neuen Pflanze sollte deshalb geprüft werden, ob diese für Katzen geeignet ist.
Auch weitere mögliche Gefahrenquellen sollten überprüft werden:
- frei zugängliche Kabel
- kleine verschluckbare Gegenstände
- Reinigungsmittel
- Medikamente
- scharfe Gegenstände
- für Katzen ungeeignete Lebensmittel
- ungesicherte Fenster und Balkontüren
Besonders bevor eine neue Katze einzieht, lohnt sich ein gründlicher Sicherheitscheck der gesamten Wohnung.
9. Den Balkon katzensicher gestalten
Wer einen Balkon besitzt, kann diesen zu einem besonders interessanten Bereich für seine Katze machen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Balkon katzensicher gestaltet wird.
Ein geeignetes Katzennetz kann verhindern, dass die Katze vom Balkon fällt oder entkommt. Die Befestigung sollte stabil sein und zur jeweiligen Wohnsituation passen.
Zusätzlich können ein geschützter Liegeplatz, erhöhte Sitzmöglichkeiten und für Katzen geeignete Pflanzen den Balkon noch attraktiver machen.
10. Einen kleinen Kletter- und Abenteuerbereich schaffen
Eine katzengerechte Wohnung muss nicht wie ein kompletter Katzenpark aussehen. Schon wenige geschickt kombinierte Elemente sorgen für deutlich mehr Abwechslung.
Eine mögliche Kombination ist beispielsweise:
Kratzbaum + Wandliegeplatz + Tunnel + Fensterplatz + Katzenspielzeug.
Dadurch entstehen unterschiedliche Bereiche zum Klettern, Schlafen, Beobachten und Spielen.
Besonders interessant wird die Wohnung für Katzen, wenn sie verschiedene Ebenen nutzen können. Dabei sollte jedoch immer darauf geachtet werden, dass die Sprungwege sicher sind und keine Gegenstände herunterfallen können.
11. Versteckte Rückzugsorte nicht vergessen
Manchmal sind es gerade die unscheinbaren Plätze, die Katzen besonders gerne nutzen. Unter einem Bett, hinter einem Sofa oder in einem geeigneten offenen Schrank können beliebte Rückzugsorte entstehen.
Natürlich muss nicht jeder Winkel der Wohnung zugänglich sein. Deine Katze sollte jedoch einige sichere Bereiche haben, in denen sie sich zurückziehen und ungestört schlafen kann.
Besonders bei Besuch, ungewohnten Geräuschen oder Veränderungen in der Wohnung können solche Rückzugsorte wichtig sein.
12. Sicherheit regelmäßig überprüfen
Bei einer katzengerechten Wohnungseinrichtung geht es nicht nur um Beschäftigung und Komfort. Auch die Sicherheit spielt eine entscheidende Rolle.
Überprüfe deshalb regelmäßig:
- Sind Kratzbaum und Kletterelemente noch sicher befestigt?
- Gibt es frei zugängliche oder beschädigte Kabel?
- Sind Fenster und Balkon ausreichend gesichert?
- Befinden sich giftige Pflanzen in Reichweite?
- Könnten kleine Gegenstände verschluckt werden?
- Gibt es Stellen, an denen die Katze eingeklemmt werden könnte?
- Sind Medikamente und Reinigungsmittel sicher verstaut?
Eine katzenfreundliche Wohnung sollte schließlich nicht nur spannend, sondern vor allem auch ein sicherer Lebensraum sein.
Was sollte in einer katzengerechten Wohnung nicht fehlen?
| Bereich | Sinnvolle Ausstattung |
|---|---|
| Schlafen | Katzenbett, Höhle und ruhige Rückzugsorte |
| Kratzen | Stabiler Kratzbaum und Kratzbrett |
| Spielen | Spielangel, Bälle, Tunnel und Intelligenzspielzeug |
| Klettern | Kratzbaum, Wandbretter und erhöhte Liegeflächen |
| Beobachten | Gesicherter Fensterplatz |
| Fressen und Trinken | Geeignete Futter- und Wassernäpfe |
| Toilette | Katzenklo an einem ruhigen Standort |
| Balkon | Katzennetz und sichere Liegeflächen |
| Sicherheit | Gesicherte Fenster und entfernte Gefahrenquellen |
Fazit: Eine katzengerechte Wohnung muss nicht kompliziert sein
Eine Wohnung katzengerecht zu gestalten bedeutet nicht, die gesamte Einrichtung auf den Kopf zu stellen. Entscheidend ist, dass deine Katze verschiedene Möglichkeiten zum Schlafen, Spielen, Kratzen, Klettern, Beobachten und Zurückziehen hat.
Besonders wichtig sind ein stabiler Kratzbaum, gemütliche Rückzugsorte, sichere Fenster, abwechslungsreiches Katzenspielzeug sowie geeignete Futter-, Trink- und Toilettenbereiche. Wer zusätzlich die Höhe der Wohnung nutzt und einen sicheren Balkon oder Fensterplatz anbietet, schafft noch mehr Abwechslung.
Beobachte dabei immer die individuellen Vorlieben deiner Katze. Während die eine Katze begeistert auf den höchsten Kratzbaum klettert, bevorzugt eine andere vielleicht einen gemütlichen Karton in Bodennähe.
Eine wirklich katzengerechte Wohnung ist deshalb vor allem eine Wohnung, in der sich deine Katze sicher fühlt und ihre natürlichen Bedürfnisse möglichst gut ausleben kann.







