Die erste Videokonferenz beginnt, draußen liegt ein grauer Oktobermorgen, und neben dem Schreibtisch raschelt es leise. Homeoffice mit Katze kann viele solcher kleinen Momente haben. Zwischen Nachrichten, Besprechungen und Mittagspause teilt ihr euch denselben Alltag, auch wenn ihr darin ganz unterschiedliche Dinge vorhabt.
Wie lässt sich dieser Tag gestalten, ohne jede freie Minute zu verplanen? Unsere Ideen setzen bei einfachen Übergängen an: dem Arbeitsbeginn, einer echten Pause und dem Feierabend. Sie sind Anregungen zum Ausprobieren. Die Hinweise zu Kontakt, Rückzug und Routine stützen sich auf die unten verlinkten Fachinformationen.
Vor dem ersten Login: den Tag gemeinsam beginnen
Bevor das Postfach deine Aufmerksamkeit bekommt, kannst du einen kurzen Rundgang durch euren Katzenalltag machen: Ist frisches Wasser da, ist die Katzentoilette sauber, passt die Versorgung zum gewohnten Ablauf? So landet das, was ohnehin dazugehört, bewusst vor der ersten Arbeitsphase.
Cats Protection empfiehlt einen verlässlichen Tagesablauf für Fütterung, Spiel und Kontakt und rät dazu, nötige Änderungen schrittweise einzuführen. Für dein Homeoffice könnte das bedeuten, bestehende Gewohnheiten beizubehalten, statt jeden Tag nach dem ersten freien Kalendereintrag zu improvisieren. Mehr zu Routine und Kontakt bei Cats Protection.
Vielleicht gehört zu eurem Morgen schon ein kurzer gemeinsamer Moment. Dann lass ihn an seinem Platz im Tag. Ein neues Ritual darf klein anfangen: Du legst das Handy weg, setzt dich kurz hin und schaust, ob deine Katze Gesellschaft möchte. Anschließend öffnest du den Laptop.
Während der Arbeit: Nähe anbieten, Rückzug offenhalten
Eine Katze neben der Tastatur ist ein schönes Bild. Es muss aber nicht das Ziel jedes Arbeitstages sein. Vielleicht hält sich deine Katze gern in deiner Nähe auf; vielleicht verbringt sie den Vormittag lieber an einem anderen Ort.
Die RSPCA empfiehlt sichere Rückzugsorte, die Katzen selbstständig betreten und verlassen können. Dort sollen sie ungestört bleiben. Die Hinweise der RSPCA zu Rückzug und Wahlmöglichkeiten lassen sich auch im Arbeitsalltag beachten: Halte den Weg zum vertrauten Ruheort frei und lass deine Katze dort in Ruhe.
Eine praktische Idee für Tage mit vielen Gesprächen: Prüfe vorab, ob du für längere Telefonate an einen anderen Platz wechseln kannst, wenn deine Katze gerade neben dir ruht. Falls sie von selbst geht, lass sie ziehen. Und für den kurzen Auftritt in der Videokonferenz muss sie nicht extra aufgeweckt oder auf den Arm genommen werden.
In der Pause: wirklich ansprechbar sein
Du könntest eine deiner Bildschirmpausen auch zur Katzenpause machen. Klappe den Laptop zu, lass die nächste Nachricht warten und biete deiner Katze Aufmerksamkeit an. Ob sie dieses Angebot annimmt, bleibt offen.
Cats Protection rät, die Katze den Kontakt beginnen zu lassen. Warte also, ob sie zu dir kommt. Wenn sie Berührung mag, streichle sie behutsam und halte zwischendurch inne. Bleibt sie auf Abstand oder geht sie weg, braucht daraus kein weiterer Versuch zu werden. Hinweise zum freiwilligen Kontakt.
Für eine wache, interessierte Katze kann auch eine gemeinsame Spielrunde passen. Anregungen dafür findest du in unserem Ratgeber Mit Katzen richtig spielen: kleine Jagdspiele im Alltag. Schläft sie gerade, kannst du deine Pause anders verbringen. Der freie Kalendereintrag ist schließlich deiner.
Bei vollen Tagen: das Einfache vorbereiten
Manchmal folgt ein Termin direkt auf den nächsten. Als kleine Hilfe könntest du dir am Vorabend einen freien Zeitraum für die übliche Versorgung und gemeinsame Zeit markieren. Leben mehrere Menschen mit deiner Katze zusammen, sprecht kurz ab, wer sich wann darum kümmert.
Eine Notiz wie „Nach dem Mittagessen Zeit lassen“ kann für dich hilfreicher sein als ein dichter Plan aus vielen Katzenaktivitäten. Beobachte über mehrere Arbeitstage, welche Gelegenheiten tatsächlich passen. Ändere dann eine Kleinigkeit, statt euren gesamten Tagesablauf neu zu organisieren.
Zum Feierabend: den Schreibtisch hinter dir lassen
Zum Abschluss kannst du einen bewussten Übergang schaffen: Unterlagen zusammenlegen, Bildschirm ausschalten, das Diensthandy weglegen. Danach beginnt Zeit, in der keine Besprechung im Hintergrund wartet. Vielleicht ergibt sich ein Spiel, vielleicht freiwilliger Kontakt, vielleicht sitzt ihr einfach im selben Raum.
Such dir für morgen eines dieser Rituale aus. Die kurze Pause ohne Handy oder der ruhige Moment vor dem Arbeitsbeginn reichen als Anfang. Ein gemeinsamer Alltag entsteht aus vielen gewöhnlichen Tagen, und nicht jeder davon braucht ein besonderes Programm.
Quellen und weiterführende Informationen
Stand: 13.10.2026. Die Alltagsszenen und Organisationsideen sind redaktionelle Anregungen von Fellino. Fachliche Grundlagen: